Johannesburg sieht sich einer komplexen Müllkrise gegenüber, die durch unregelmäßige Abholung, raschen Rückgang des Deponieraums und zunehmende illegale Müllentsorgung verschärft wird.
Steigende Müllmenge und abnehmender Deponieraum
Zwei Männer sitzen auf einem Hügel im Industrievorort Kya Sands, aber dieser Hügel ist kein natürliches Merkmal; es ist ein Berg illegal entsorgten Mülls, der mittlerweile die Straße überragt. Dwayne Stentkamp, Mitglied des Gemeinderats, sagte: "Als ich 2021 als Berater des Gemeinderats anfing, war dieser Berg sehr klein. Jetzt ist er zu einem großen Berg geworden und der Geruch von giftigen Gasen ist ständig vorhanden."
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Dieser Hügel ist nur ein Teil der Mülldeponie, die nach der Schließung der städtischen Deponie im Jahr 2010 entstanden ist. Der Müll ist in den Tälern der Umgebung verstreut und Rauch steigt von ihm auf.
Gemeinsame Herausforderungen auf Kontinentalebene
Das Müllproblem in Johannesburg spiegelt breitere Herausforderungen in ganz Afrika wider. Schnell wachsende Städte wie Lagos, Dakar und Accra produzieren Müllmengen, die die Kapazitäten der Kommunen zur Abholung und Entsorgung schnell übersteigen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen schätzt, dass über 90 % des in Afrika produzierten Mülls an unkontrollierten Deponien entsorgt wird.
Im Stadtteil Alexandra in Johannesburg kämpfen die Bewohner mit Haushaltsmüll, der auf den Bürgersteigen verstreut ist. Linda Makule, eine 75-jährige Bewohnerin, ist besorgt um die Gesundheit der Kinder, die in Einzimmerwohnungen leben und Platz im Freien zum Spielen benötigen.
Das Entsorgungsunternehmen Pickitup hat über 2000 illegale Ablagerungsstellen identifiziert und für 2025/26 115 Millionen Rand (6,4 Millionen Dollar) zur Bekämpfung dieses Problems bereitgestellt.
Viele Bewohner berichten, dass ihr Müll vier Wochen lang nicht abgeholt wurde. Die Johannesburg Crisis Coalition führt diese Störungen auf Arbeitskonflikte, finanzielle Einschränkungen und eine alte Flotte zurück.
Eine Bewohnerin, Carmen Jordan, sagte: "Wenn die Stadtverwaltung den öffentlichen Müll nicht abholt, müssen die Leute jeden kontaktieren, der einen Lastwagen hat, um den Müll abzuholen."
Dr. Susan Olufse, leitende Wissenschaftlerin am Council for Scientific and Industrial Research in Südafrika, warnte, dass eine schlechte Müllbewirtschaftung das Risiko von Überschwemmungen erhöhen kann, da Müll die Regenwasserkanäle verstopfen und Schädlinge anziehen kann.
Die nationale Abfallbewirtschaftungsstrategie Südafrikas warnt, dass der Deponieraum mit einer unerträglichen Rate abnimmt und der Druck in Johannesburg deutlich spürbar ist.
Olufse fügte hinzu, dass eine aktuelle Studie des CSIR gezeigt hat, dass die Deponien in Johannesburg im Durchschnitt weniger als ein Jahr Entsorgungskapazität haben. Sie sagte: "Wenn wir noch ein paar Jahre haben, haben wir Glück."
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Quelle: abcnews.com



