Salva Kiir, der Präsident von Südsudan, gab am Dienstagabend bekannt, dass der Vorsitzende der Nationalen Wahlkommission des Landes, Abdenago Akak Kachul, von seinem Amt entlassen wurde. Diese Entscheidung wurde nur drei Monate vor den ersten Wahlen in Südsudan getroffen.
Führungswechsel in der Wahlkommission
Akak, 71 Jahre alt, wurde im August 2012 zum Vorsitzenden der Nationalen Wahlkommission ernannt und im November 2023 nach der Umstrukturierung der Kommission im Rahmen des Friedensabkommens von 2018, das den fünfjährigen Bürgerkrieg beendete, erneut ernannt. Südsudan hat seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 2011 wiederholt Wahlen verschoben und die Gründe für diese Verzögerungen auf die mangelhafte Umsetzung des Friedensabkommens zurückgeführt.
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Gemäß dem aktuellen Fahrplan wird erwartet, dass die Übergangsregierung am 22. September aufgelöst wird und die Wahlen für den 22. Dezember geplant sind, bevor die Übergangszeit im Februar endet.
Folgen des Führungswechsels
Experten glauben, dass der Führungswechsel in der Wahlkommission Auswirkungen auf den Ablauf der Wahlen haben könnte. Ibrahim Koul Nyoun, Politikanalyst und Leiter der Graduiertenschule der Universität Juba, erklärte, dass dieser Wechsel die Vorbereitungen, einschließlich der Wählerregistrierung, komplizierter machen könnte. Er bezeichnete diesen Schritt als eine Verzögerungstaktik und fügte hinzu: "Die Menschen in Südsudan sollten die Wahlen am 22. Dezember vergessen."
Der neue Vorsitzende der Kommission benötigt Zeit, um sich mit seinen Aufgaben vertraut zu machen und die notwendigen Entscheidungen zur Fertigstellung der Vorbereitungen zu treffen. Zudem wirft dieser Schritt Fragen zum rechtlichen Verfahren der Entlassung des Vorsitzenden der Wahlkommission auf. Das nationale Wahlgesetz legt ein spezifisches Verfahren für die Entlassung des Vorsitzenden der Kommission fest, wobei die Gründe für die Entlassung nachweisbare Parteilichkeit, Unfähigkeit zur Erfüllung der Pflichten und schwerwiegende Verstöße umfassen.
Der Politikanalyst Bubuya James Edmond erklärte, dass diese Entscheidung die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt habe. Er sagte: "Der Präsident hat nach dem Gesetz von Südsudan keine Befugnis, den Vorsitzenden der Wahlkommission ausschließlich zu entlassen, es sei denn, es werden genaue Verfahren eingehalten." Diese Maßnahme könnte zusätzliche Unsicherheit in den Wahlprozess bringen.
Die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen in Südsudan warnte letzte Woche, dass Wahlen ohne die notwendigen Garantien und einen umfassenden politischen Dialog zu einer Wiederbelebung von Konflikten führen könnten.
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Quelle: abcnews.com



